Die Historie

Überlieferung der Tengū

In den tiefen, verfluchten Wäldern und in den hohen Bergen Japans lebten dem Shintōglauben entsprechend die Tengū (jap. 天狗, dt. Himmelhund), geflügelte Fabelwesen mit langen Nasen. Diese geheimnisvollen Kreaturen wurden von den Menschen als die Vorfahren der Ninja angesehen und sollen ihnen die Kampfkunst beigebracht haben.

Die Tengu, als Magier und Zauberer bekannt, wurden in Legenden als unsterblich und unverwundbar beschrieben. Man glaubte, sie könnten durch Wände gehen, fliegen und sich nach Belieben unsichtbar machen. Diese Erzählungen trugen dazu bei, dass die Ninja eine ähnliche mystische Aura erhielten, die ihre Anonymität und ihre Fähigkeit zur Vermeidung neugieriger Blicke schützte.

Der Ruf der Ninja führte oft dazu, dass junge Samurai, die ihnen zum ersten Mal gegenüberstanden, von Furcht und Aberglaube überwältigt wurden. Diese Ängste lähmten sie und führten zu Niederlagen, nicht unbedingt aufgrund einer Überlegenheit im Kampf, sondern wegen der überwältigenden Vorstellungskraft und des psychologischen Drucks.

Die Ursprünge der Ninja

Der erste dokumentierte Einsatz von Spionen, die als „Shinobi“ bezeichnet wurden, geht auf Prinzregent Shōtoku Taishi (572-622 n. Chr.) zurück. Shōtoku verwendete diese Agenten für Informationsbeschaffung, was zur Prägung des Begriffs „Ninjutsu“ führte. Im Laufe der Heian-Zeit (794-1192) entwickelte sich Ninjutsu von einem reinen Spionagewerkzeug zu einer komplexen und tödlichen Kunstform.

Nach dem Tod Shōtokus kam es zu schweren Konflikten zwischen Buddhisten und Shintoisten, die in einen Bürgerkrieg mündeten. Der Yamabushi Enno no Gyōja versuchte, durch die Einführung des Shugendō, einer neuen buddhistischen Strömung, die Ordnung wiederherzustellen. Diese Praxis, die auch von den Ninja übernommen wurde, lehrte besondere Fähigkeiten zur Kontrolle von Geist und Körper.

Im Mittelalter entwickelte sich Ninjutsu weiter. Die ursprünglichen tiefgründigen Techniken des Shugendō wurden durch Methoden der schnellen Ausbildung, optischer Täuschungen und physischer sowie psychischer Meisterleistungen ersetzt. Die Ninja wurden zu nahezu unbesiegbaren Kämpfern, die von vielen Fürsten für Spionage- und Sabotageaufträge angeheuert wurden.

Mit dem Aufkommen des Shogunats und der Samurai-Kriegerkaste begann das Goldene Zeitalter des Ninjutsu, das über 400 Jahre andauerte. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Ninja-Schulen in den Iga- und Kōga-Provinzen. Die Einführung von Feuerwaffen im Jahr 1543 durch portugiesische Händler führte dazu, dass die Ninja diese Waffen in ihr Arsenal integrierten und für ihre eigenen Zwecke nutzten.

Die Kōga-Provinz war von mehr als 50 Ninja-Clans geprägt, während die Iga-Provinz von drei Hauptfamilien, den Hattori, Momochi und Fujibayashi, dominiert wurde. Diese Familien führten ihre eigenen Clans und entwickelten fortschrittliche Taktiken zur Tarnung und Spionage. Führende Figuren dieser Zeit, wie Momochi Sandayu und Hattori Hanzo, waren für ihre geschickten Manipulationen und Identitätswechsel bekannt.

Im 14. Jahrhundert, als die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse instabil wurden, entstand eine Vielzahl neuer Ninjutsu-Schulen (Ryū). Die Familien mussten innovative und kreative Ansätze entwickeln, um zu überleben. Einige Ryū wurden speziell für den Dienst an bestimmten Kriegsherren, Streitmächten oder religiösen Orden gegründet und nach Erfüllung ihrer Aufgaben wieder aufgelöst. Andere Schulen kooperierten aus geopolitischen Gründen mit benachbarten Ninjutsu-Clans oder basierten auf den Erfahrungen und Weisheiten der Gründer. Die Größe und Bedeutung dieser Schulen variierte stark: Von kleinen Clans, bestehend aus wenigen Familienmitgliedern, bis hin zu großen Organisationen mit Hunderten von Mitgliedern.

Der Niedergang

Während der Sengoku-Zeit, einer Ära des politischen Chaos in Japan, führte Oda Nobunaga, als einer der mächtigsten Feldherren seiner Zeit, nach langjährigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Iga-Clan in 1581 eine gewaltige Armee von 44.300 Mann in einen großangelegten Feldzug gegen die Iga. Trotz der geschickten Guerillataktiken der 4.000 Iga-Krieger fiel im frühen Herbst 1581 der letzte Widerstandsbastion, Hijiyama. Die wenigen Überlebenden (manchen Quellen nach angeblich nur acht Mitglieder aus den drei Clans der Hattori) zogen sich in die Wälder zurück und verstreuten sich über ganz Japan.

Als Oda Nobunaga 1582 ermordet wurde, leisteten die Ninja unter Hattori Hanzo wichtige Dienste für Tokugawa Ieyasu, Nobunagas Verbündeten. Sie halfen Tokugawa, sicher von Sakai nach Okazaki zu gelangen, indem sie die gefährliche Region um Honnoji umgingen und durch die Berge von Iga und Koga reisten. Die Ninja aus Kōga unterstützten Tokugawa, der 1603 Shōgun wurde und Japan für die nächsten 250 Jahre regierte. Einige Clans halfen aus Dankbarkeit für Nobunagas Tod, andere sahen in Tokugawa eine friedliche Zukunft.

Ironischerweise war es nicht eine einzelne Schlacht, die das Ende der Ninja einläutete, sondern der Frieden. Die Ninja halfen Tokugawa dabei, die letzten daimyō zu besiegen, die sich gegen die neue Ordnung stellten. Mit der Wiederherstellung des Friedens verloren die Ninja ihre ursprüngliche Funktion. Viele Genin und Chūnin setzten ihre Aktivitäten privat fort, doch ohne die philosophische Führung der Jōnin. Einige wurden in die Geheimpolizei des bakufu eingegliedert und überwachten den kaiserlichen Hof sowie die daimyō. Andere traten in das Militär ein oder gerieten auf die schiefe Bahn und wurden zu Kriminellen.

Ehemalige Ninja wurden oft als Polizisten, Wachen oder Bedienstete bei Herrschern angestellt und ihre Fähigkeiten, die einst in den Schatten gefürchtet waren, wurden nun auf triviale Aufgaben reduziert. Die wenigen Familien, die in den Bergen bei Kyōto verblieben, versteckten sich weiterhin vor den Tokugawa.

Die Dienste der Ninja wurden nur noch selten benötigt. Ein letztes Mal wurden sie während der Shimabara-Rebellion (1637-1638 eingesetzt), als Christen gegen religiöse und wirtschaftliche Unterdrückung kämpften. Der letzte dokumentierte Einsatz fand 1853 statt, als der Ninja Yasusuke Sawamura den Auftrag erhielt, sich an Bord der Schiffe von Flottenadmiral Perry zu schleichen. Sein Ziel war es, Informationen zu sammeln, um die wahren Absichten der ausländischen Besucher zu enthüllen.

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